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Land und Stadt werden bei Bundesminister vorstellig

ASFINAG-Aus zur Plabutsch-Umleitungsröhre ist ein schwerer Schlag

Graz (10. April 2026).- Die Aussage von ASFINAG-Vorstand Hufnagl, wonach er laut einem Interview in der Kleinen Zeitung einer Umleitungsröhre für den Zeitraum der geplanten Sanierung der beiden Plabutsch-Röhren und auch für künftige Sanierungen und Störfälle ohne konkrete Planung eine Absage erteilt, wird vom Land Steiermark und von der Stadt Graz so nicht hingenommen.

„Es ist nicht nachvollziehbar, dass die ASFINAG eine vorausschauende Lösung wie eine zusätzliche Umleitungsröhre für die Sanierung der beiden Plabutschtunnel-Röhren ablehnt. Gerade bei einem so wichtigen Verkehrsknoten braucht es langfristige und belastbare Konzepte – nicht nur für die anstehende Sanierung, sondern auch für künftige Arbeiten und Störfälle. Die geplante Umleitung eines erheblichen Teils des Verkehrs durch Graz stellt eine unzumutbare Belastung für Anrainer und Pendler dar. Wir werden diese Entscheidung daher auf Bundesebene mit Nachdruck thematisieren und den Austausch mit Minister Peter Hanke suchen, mit dem wir ein gutes Einvernehmen haben”, sagt Landeshauptmann Mario Kunasek.

„Für mich ist völlig unverständlich, dass die ASFINAG eine Umleitungsröhre nicht einmal ernsthaft prüfen will. Es geht hier um die Lebensqualität tausender Menschen und die Funktionsfähigkeit eines gesamten Ballungsraums. Wir reden hier von jahrelangen Staus, von massiven Einschränkungen im Alltag und von einer enormen wirtschaftlichen Belastung. Das ist so nicht akzeptabel. Wir werden daher beim Bund klar einfordern, dass alle Möglichkeiten auf den Tisch kommen und endlich seriös geprüft werden. Unser Anspruch ist eine Lösung, die die Menschen entlastet – und nicht zusätzlich belastet”, so Landeshauptmann-Stellvertreterin Manuela Khom.

„Land und Stadt versuchen weiter geschlossen den Bund zu überzeugen, dass konkrete Planungen für eine Umleitungsröhre umgehend eingeleitet werden. Wir dürfen nichts unversucht lassen, damit die Bevölkerung von Graz und dem Umland über einen Zeitraum von etwa fünf Jahren nicht massiv belastet wird. Es ist unverständlich, dass die ASFINAG nicht einmal den Versuch zur Ermöglichung und Realisierung einer Umleitungsröhre unternimmt, indem sie Planungen dazu durchführt”, unterstreicht Verkehrslandesrätin Claudia Holzer.

Und die Grazer Bürgermeisterin Elke Kahr ergänzt: „Ziel muss der Schutz der Bevölkerung von Graz sein. Staus wie befürchtet und über einen Zeitraum von Jahren sind für Graz nicht zu akzeptieren.”

Um die Priorität darzulegen, ist mit dem Büro von Bundesminister Peter Hanke vereinbart, dass ein Termin koordiniert wird, an dem Landeshauptmann Mario Kunasek, Landeshauptmann-Stv. Manuela Khom, Landesrätin Claudia Holzer und die Grazer Bürgermeisterin Elke Kahr teilnehmen sollen.

Was geschah bisher?
Die ASFINAG hat im Jahr 2023 eine Variantenuntersuchung für die A9-Plabutsch-Sanierung eingeleitet. Vertreter der Verkehrsabteilungen von Land und Stadt begleiteten diesen Prozess von Anfang an. Die ASFINAG hat im Jahr 2024 ohne konkrete Planung die Variante einer 3. Röhre ausgeschieden, mit dem Argument, dass die Planung und die Verfahren dafür nicht rechtzeitig abgeschlossen werden würden. Schließlich hat die ASFINAG Ende 2024 entschieden, die Plabutsch-Röhren mit einer jeweiligen Sperre einer Röhre zu sanieren und mehr als 50 Prozent des Verkehrs durch das Stadtgebiet von Graz abzuleiten. Die Verkehrsexperten des Landes und der Stadt befürchten dadurch flächige Staus.

Das Land hat daraufhin auf eigene Initiative die TU-Graz mit einer Machbarkeitsstudie für eine Umleitungsröhre beauftragt mit dem Ergebnis, dass diese realisierbar ist.

In wirtschaftlicher Hinsicht hat die ASFINAG keinen Vergleich zu der von ihrer verfolgten Variante mit der von Land und Stadt empfohlenen Variante angestellt, sondern in ihren Untersuchungen für die ASFINAG-Variante lediglich 140 Mio. Euro jährliche „Staukosten” ausgewiesen. Diese volkswirtschaftlichen Kosten würden der Gesellschaft entstehen.

Dennoch werden Land und Stadt weiterhin zusammen mit der ASFINAG aktiv daran mitarbeiten, dass alles getan wird, um die Auswirkungen allfälliger Ausweichverkehre durch Maßnahmen zu lindern. Die Verkehrsexperten des Landes und der Stadt schätzen die Wirkungen solcher Maßnahmen allerdings als überschaubar ein, die das grundsätzliche Problem von massiven Staus nicht lösen werden.

Rückfragehinweis:

Andreas Kreminger | Büro Landesrätin Holzer | Mobil: +43 676 8666 2169
Tel. +43 (316) 877 2169 | E-Mail: andreas.kreminger@stmk.gv.at

Graz, am 10. April 2026

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