Graz, Schwarzach (3. Juli 2026).- Im Kardinal Schwarzenberg Klinikum in Schwarzach wurde heute (3. Juli) eine Finanzierungsvereinbarung zwischen dem Land Salzburg und dem Land Steiermark bezüglich Krankenhausleistungen außerhalb des eigenen Bundeslands von Gesundheitslandesrat Karlheinz Kornhäusl und seiner Salzburger Amtskollegin Daniela Gutschi unterzeichnet. Hintergrund dafür ist eine Neuordnung der Spitalsversorgung in der Steiermark, die dazu führen wird, dass aus geografischen Gründen mehr Steirerinnen und Steirer Leistungen in Salzburg in Anspruch nehmen werden.
Bereits bisher war zu beobachten, dass insbesondere die Bevölkerung im westlichen Teil des Bezirks Liezen aufgrund der besseren Erreichbarkeit Krankenhäuser in Salzburg angesteuert hat. Durch geplante Änderungen in der steirischen Gesundheitsstruktur ist zu erwarten, dass sich diese Bewegung verstärkt. Die Vereinbarung regelt eine faire finanzielle Abgeltung für vermehrte Inanspruchnahme von gewissen Gesundheitsleistungen für Einwohnerinnen und Einwohner des Bezirks Liezen in einer öffentlichen Krankenanstalt des Bundeslandes Salzburg, insbesondere im grenznahen Kardinal Schwarzenberg Klinikum. Fachlich liegt der Fokus auf Allgemein- und Viszeralchirurgie sowie die Frauenheilkunde und Geburtshilfe.
Kornhäusl: „Kooperation statt Konkurrenz“ Landesrat Karlheinz Kornhäusl betonte im Rahmen der Unterzeichnung: „Mit dieser Kooperation setzen wir den steirischen Weg der Zusammenarbeit konsequent fort. Dieser Weg zeigt seit Jahren, dass moderne Gesundheitsversorgung nur dann gelingt, wenn über Landes- und Verwaltungsgrenzen gedacht und gemeinsam für die Patientinnen und Patienten gearbeitet wird. Uns leitet der Grundsatz Kooperation statt Konkurrenz, denn wir wollen, egal wo jemand lebt, dass die Versorgung keinen Unterschied macht. Patientinnen und Patienten interessiert nicht, welche Institution zuständig ist. Sie wollen rasch, sicher und bestmöglich versorgt werden. Die Steiermark und Salzburg übernehmen damit eine Vorreiterrolle, die weit über die Landesgrenzen hinaus wahrgenommen wird. Unsere steirischen Kooperationen – von Bad Ischl bis Schwarzach – zeigen, wie eine Gesundheitsreform in der Praxis funktionieren kann: partnerschaftlich, transparent und mit einem klaren Fokus auf die Bedürfnisse der Bevölkerung. Dieses Modell könnte auch Vorbild für den Bunde sein.“
Gutschi: „Zukunftsfitte Versorgungsstruktur“ Gesundheitslandesrätin Daniela Gutschi hob hervor: „Die mit dem Land Steiermark geschlossene Vereinbarung ist ein echtes Vorzeigemodell für eine moderne und grenzüberschreitende Gesundheitsversorgung. Sie stellt sicher, dass die Menschen im Bezirk Liezen auch künftig rasch, wohnortnah und verlässlich Zugang zu medizinischen Leistungen erhalten. Gleichzeitig schaffen wir damit eine zukunftsfitte Versorgungsstruktur, die über Landesgrenzen hinweg denkt und sich konsequent an den Bedürfnissen der Patientinnen und Patienten orientiert.“
Abgeltungen ab Oktober 2026 Vertraglich werden die stationären, teilstationären und ambulanten Leistungen im Bereich der Allgemein- und Viszeralchirurgie sowie der Frauenheilkunde und Geburtshilfe festgelegt. Für Leistungen im Rahmen der Frauenheilkunde und Geburtshilfe wird das Land Steiermark ab Oktober 2026 eine quartalsmäßige Vorauszahlung von knapp 70.000 Euro an das Land Salzburg leisten. Ab dem Zeitpunkt der weiteren Leistungsübernahme für Patientinnen und Patienten in der Allgemein- und Viszeralchirurgie im Juli 2027 beträgt die quartalsmäßige Vorauszahlung weitere rund 190.000 Euro, ab diesem Zeitpunkt somit insgesamt rund 260.000 Euro. Bezahlt werden jene Leistungen, die tatsächlich erbracht wurden.
Grenznaher Bezirk Liezen Für die genannten Leistungen werden Patientinnen und Patienten mit Wohnsitz im Bezirk Liezen berechtigt sein. Voraussetzung sind eine medizinische Notwendigkeit aufgrund der geografischen Nähe, die Sicherstellung einer lückenlosen Notfallversorgung oder geplante stationäre oder ambulante Behandlungen, sofern sie medizinisch und organisatorisch sinnvoll sind.
Gelebte überregionale Zusammenarbeit Der Ärztliche Direktor der Klinik Diakonissen Schladming, Karl Wohak, hält in diesem Zusammenhang fest: „Die Kooperationsvereinbarung stellt einen wichtigen Schritt in die richtige Richtung der überregionalen Versorgung dar. Sie ermöglicht eine hochkompetente, qualitätsgesicherte Versorgung von Patientinnen und Patienten. Gleichzeitig wird die prä- und poststationäre Betreuung durch die Etablierung eines Hebammenzentrums in enger Kooperation mit dem Kardinal Schwarzenberg Klinikum und der KAGes sichergestellt.“
Eugen Adelsmayr, Geschäftsführer und Ärztlicher Direktor des Kardinal Schwarzenberg Klinikums, begrüßt die nun vereinbarte Zusammenarbeit zur Versorgung gynäkologisch-geburtshilflicher Patientinnen sowie allgemein-chirurgischer Patientinnen und Patienten aus dem Bezirk Liezen am Kardinal Schwarzenberg Klinikum: „Für unser Haus ist diese Kooperation Ausdruck einer gelebten überregionalen Zusammenarbeit im Gesundheitswesen. Unsere erfahrenen Teams sowie die bestehende medizinische Infrastruktur ermöglichen es, zusätzliche Patientinnen und Patienten in den vereinbarten Leistungsbereichen qualitätsgesichert zu betreuen. Gleichzeitig freuen wir uns, einen Beitrag zur langfristigen Sicherstellung einer wohnortnahen und verlässlichen Gesundheitsversorgung über Landesgrenzen hinweg leisten zu können.“
Rückfragehinweis:
Andreas Kaufmann | Büro Landesrat Kornhäusl | Mobil: +43 676 8666 2590 Tel. +43 (316) 877 2590 | E-Mail: andreas.kaufmann@stmk.gv.at
Graz, Schwarzach am 3. Juli 2026 |