Graz (11. September 2026).- Der Gesäuseeingang an der B 146 (Gesäusestraße) war die letzte Engstelle der rund 42 Kilometer langen Landesstraße, die von Liezen über Admont und durch das Gesäuse nach Hieflau führt.
„Von März bis Ende letzten Jahres wurde das ,Nadelöhr‘ von Breiten zwischen 4,60 und 5,30 Metern auf eine durchgängige, 6,25 Meter breite Fahrbahn ausgebaut, womit der Abschnitt erstmals zweistreifig mit Gegenverkehr befahrbar ist. Nach den heuer noch durchgeführten Rekultivierungs- und Sicherungsmaßnahmen ist das 4,5-Millionen-Euro-Projekt nun endgültig abgeschlossen. Im Vergleich zu dem in den letzten Jahrzehnten immer wieder ins Spiel gebrachten ,Gesäuseeingangstunnel‘ haben wir nun eine wirtschaftliche Lösung, die nicht nur den Verkehrsteilnehmern, sondern auch den steigenden Tourismuszahlen entspricht”, so Verkehrslandesrätin Claudia Holzer.
Auf der einen Seite die Enns, auf der anderen Seite der steil ansteigende Berghang, zusätzlich ein ÖBB-Brückenobjekt – dieses Bauvorhaben war eine richtige Herausforderung für alle Beteiligten. Dies unterstreicht auch, dass das Bauvorhaben in vier Bauphasen stets unter Aufrechterhaltung des Verkehrs abgewickelt wurde. Zunächst wurde flussseitig gearbeitet. Mit der Verstärkung der zwei bestehenden Stützmauern, der Herstellung eines Ankerbalkens zwischen den bestehenden Stützmauern und der Errichtung eines durchgehenden Randbalkens konnte der Verkehr umgelegt werden, womit mit den bergseitigen Hangsicherungsarbeiten und der Fahrbahnverbreiterung begonnen werden konnte.
Die heuer durchgeführten ökologischen Maßnahmen an den Hanganschnitten umfassten die Begrünung der Stützkonstruktionen und der reprofilierten Böschungen, die Sicherungsmaßnahmen im Wesentlichen die Errichtung von Steinschlagschutz und Leitschienen.
Die Ausbaumaßnahme wurde durch den Einsatz von etwa 1.200 Kubikmetern Beton, 100 Tonnen Baustahl und 7.000 Laufmeter Pfählen und Ankern bewerkstelligt.
Ein noch rund 170 Meter langer Abschnitt von der Eisenbahnkreuzung bis zum jetzigen Bauabschnittsbeginn wird in das Bauprogramm aufgenommen und soll raschestmöglich umgesetzt werden.
Christian Haider, Bürgermeister von Admont: „Durch die Sanierungsmaßnahmen und die Neubauten ist es uns gemeinsam gelungen, eine bestehende Gefahrenstelle bestmöglich für den gesamten Verkehr zu entschärfen. Durch die Errichtung des Gehweges wurde auch die Möglichkeit geschaffen, den Bereich Gesäuse Eingang fußläufig zu besichtigen. Ein großes Dankeschön gilt allen beteiligten Personen für die Finanzierung und Umsetzung und vor allem, dass unsere Wünsche eingebunden wurden.”
Herbert Wölger, Geschäftsführer Nationalpark Gesäuse: „Wir wurden dankenswerterweise schon zu einem sehr frühen Zeitpunkt der Planungen miteingebunden. Der Gesäuse Eingang als Naturdenkmal stellt schon besondere Ansprüche an ein Bauprojekt. Daneben wollten wir unbedingt auch eine Lösung für den Fuß- und Radverkehr finden. Das Ergebnis mit Gehweg und Radstreifen kann sich wirklich sehen lassen, ein sehr guter Kompromiss angesichts der besonderen Lage. Eine gleiche Qualität in Planung und Ausführung wünschen wir uns fürs nächste Teilstück, und dass man zukünftig zu Fuß oder mit dem Rad sicher ganz bis zum Weidendom kommt.”
Martin Reiter-Puntinger, Leiter der Baubezirksleitung Liezen: „Mit dem Ausbau haben wir eine technisch sinnvolle und nachhaltige Lösung gefunden, die einen deutlichen Mehrwert für die Region und für alle Verkehrsteilnehmer bringt. Ich freue mich, dass dies aufgrund des großen Engagements aller Beteiligten mit einem vertretbaren finanziellen Aufwand und unter Aufrechterhaltung des Verkehrs während der gesamten Bauzeit gelungen ist.”
Graz, am 11. September 2026 |