Graz (14. September 2026).- Geopolitische Krisen und hohe Importabhängigkeit verursachen neue Versorgungsrisiken und steigende Energiepreise. Dadurch geraten private Haushalte, Wirtschaft und Industrie zunehmend unter Druck. Die Energiefrage entscheidet mittlerweile wesentlich darüber, ob Unternehmen investieren, Wertschöpfung in der Steiermark bleibt und Arbeitsplätze erhalten werden können.
Um diesen Herausforderungen besser begegnen zu können, fand im Dezember 2025 auf Einladung von Landtagspräsident Gerald Deutschmann und nach inhaltlicher Vorbereitung durch den Vorsitzenden des zuständigen Unterausschusses, Landtagsabgeordneten Franz Fartek, im Landhaus eine Energie-Enquete unter Beteiligung von Experten sowie aller Landtagsfraktionen statt. Es wurden dabei Lösungsansätze einer nachhaltigen, sicheren und leistbaren Energieversorgung diskutiert. Auf Basis dieser Ergebnisse erfolgte im Juli 2026 ein einstimmiger Landtagsbeschluss zur Energiezukunft der Steiermark, der die Landesregierung auffordert, u. a. einen beschleunigten Ausbau erneuerbarer Energien sowie den bedarfsgerechten Ausbau der Stromnetze und von Speicherlösungen voranzutreiben, leistbare Energie sicherzustellen und Maßnahmen zu setzen, um im Zuge der Energiewende die regionale Wertschöpfung, Innovation und Beschäftigung in der Steiermark zu stärken.
In der Umsetzung dieser energiepolitischen Zielsetzungen hat das Land mit der Energie Steiermark einen verlässlichen Partner, der mit konkreten Projekten den vorgezeichneten Weg zur Energiewende konsequent verfolgt. Dazu hat die Energie Steiermark 2025 das größte Investitionsprogramm in ihrer Geschichte gestartet, mit dem bis 2035 Investitionen von 5,8 Mrd. Euro geplant sind. Mit Schwergewicht werden damit der Netzausbau, die Strom- und Wärmeerzeugung sowie der Ausbau von Speicherkapazitäten und Wasserstoff vorangetrieben.
Angesichts anhaltender geopolitischer Krisen und damit einhergehend einer erwartbaren Verteuerung von Projektkosten, soll als Reaktion darauf das Investitionsprogramm beschleunigt und in umfangreicheren Projekten umgesetzt werden. Dazu bedarf es frischen Kapitals, das durch einen Investor mit der Ausgabe neuer Aktien und somit einer Kapitalerhöhung um 25 Prozent generiert werden soll. Damit würde das Unternehmen zu einer neuen Größe wachsen und die raschere und umfangreichere Umsetzung des Investitionsprogramms gesichert werden. Davon profitieren auch die heimische Wirtschaft, die Industrie sowie der Arbeitsmarkt. Nicht zuletzt sind die Kunden der Energie Steiermark die Gewinner.
Die Landesregierung hat zur möglichen Durchführung der Kapitalerhöhung sehr klare Rahmenbedingungen festgelegt, unter denen ein Investor als Partner infrage kommt: Es darf zu keinem Verkauf bestehender Aktien kommen; das Land muss überwiegender Mehrheitseigentümer bleiben; der Unternehmenswert muss größer sein als zum Zeitpunkt des Rückkaufs 2023; das zufließende Kapital muss direkt in die Energie Steiermark fließen und darf nicht zur Sanierung des Landeshaushalts verwendet werden und der Investor muss gewillt sein, eine langfristige Partnerschaft einzugehen - mindestens bis zum Ende der Investitionsphase 2035.
„Mit dem Kapital eines Wachstumspartners kann die Energie Steiermark bei ihrem Investitionsprogramm den Turbo zünden. Davon werden die steirische Wirtschaft, die heimische Industrie, der Arbeitsmarkt, vor allem aber die Kunden profitieren. Ich erwarte vom zukünftigen Investor und von der Energie Steiermark klare Vorteile für die Kunden bei der Preispolitik. Energiepreise sind stark von globalen Krisen beeinflusst, sie müssen aber für die Steirer leistbar bleiben. Jede Möglichkeit für einen Strompreisbonus ist daher zu nützen“, sagt Landeshauptmann Mario Kunasek.
„Der Rückkauf der Energie Steiermark im Jahr 2023 war eine vorausschauende und strategisch richtige Entscheidung. Wir haben damit die Kontrolle über einen der wichtigsten Infrastruktur- und Standortfaktoren der Steiermark gesichert und können heute selbstbestimmt die nächsten Schritte für die Energiezukunft unseres Landes setzen. Jetzt geht es darum, mit einem starken Wachstumspartner zusätzliches Kapital zu mobilisieren und die bereits gestartete Investitionsoffensive schneller und umfangreicher umzusetzen. Denn Energiesicherheit ist Standort- und Wirtschaftssicherheit: Wir brauchen mehr erneuerbare Energie, mehr Netze und mehr Speicherkapazitäten, wenn wir unsere Abhängigkeit von Energieimporten reduzieren und die Wettbewerbsfähigkeit unserer Unternehmen sichern wollen. Davon profitieren die steirische Wirtschaft und die Arbeitsplätze ebenso wie die Steirerinnen und Steirer. Und eines ist klar: Wir holen privates Kapital ins Boot, aber wir geben das Steuer nicht aus der Hand. Das Land bleibt Mehrheitseigentümer und behält die strategische Verantwortung für die Energieversorgung der Steiermark. Von einem neuen Partner und der Energie Steiermark erwarte ich mir, dass diese starke Aufstellung am Ende auch bei den Kundinnen und Kunden ankommt und alles darangesetzt wird, Energie leistbar zu halten“, betont Landeshauptmann-Stv. Manuela Khom.
„Das klare Bekenntnis des Eigentümers zu einer Kapitalerhöhung unter geeigneten Rahmenbedingungen stärkt die Energie Steiermark und den Standort entscheidend. Unser Unternehmen wächst damit um ein Viertel: Wir können Investitionen von rund 5,8 Milliarden Euro bis zum Jahr 2035 in höherem Tempo und in größerem Umfang umsetzen. Dabei geht es vor allem um den Netzausbau, die Erzeugung von Erneuerbarem Strom und Wärme, neue Speicher und Wasserstoff. Vor dem Hintergrund geopolitischer Krisen müssen wir die Importabhängigkeit von Energie noch rascher reduzieren, um die heimische Wirtschaft vor Versorgungs-Engpässen und steigenden Preisen zu schützen. Mit der größten Investitionsphase in der Geschichte der Energie Steiermark gehen rund 3 Milliarden Euro als Aufträge an heimische Zuliefer-Unternehmen. Das bedeutet eine massive Stärkung des Standortes, von der Wirtschaft und Privathaushalte im Land nachhaltig profitieren. Ein Wachstums-Partner aus dem Finanzbereich beschleunigt die Umsetzung unserer Projekte deutlich, wir können damit die im Landtag einstimmig beschlossenen Ziele in Sachen Energiezukunft für die Steiermark noch schneller umsetzen“, so das Vorstandsteam der Energie Steiermark, Martin Graf und Werner Ressi.
Mit dem Beginn der Investorensuche durch die Energie Steiermark wird auch ein Prozess zu Ende geführt, der beim Rückkauf 2023 durch die damalige Landesregierung bereits angekündigt wurde:
Christopher Drexler in Aussendung Land Steiermark, 15.02.23: „[...] Das Land Steiermark wird nicht auf Dauer der 100-Prozent-Eigentümer bleiben. [...] Das Land Steiermark greift daher jetzt die Aktienanteile auf, um dann gut überlegt einen Partner zu suchen, mit dem der Energieversorger der Steiermark bestmöglich für die Zukunft aufgestellt werden kann.“
Anton Lang in der Kronen Zeitung, 28.02.23: „Aufhorchen ließ Lang, als er nach einem Zwischenruf festhielt, dass man die Anteile nur zwei bis drei Jahre behalten möchte.“
Presseinformation Land Steiermark, 15.02.23: „Land plant wieder Partner in das Unternehmen zu holen. Ziel des Landes ist es, die Anteile nicht auf Dauer selbst zu halten, sondern sie in den kommenden Jahren weiter zu veräußern. [...] Das kann beispielsweise von einem strategischen Partner aus der Energiebranche [...] über einen sich langfristig beteiligenden Finanzinvestor bis hin zum Börsegang reichen [...].“
Rückfragehinweis:
Stefan Haring | Büro LH Kunasek | Mobil: +43 676 8666 5362 Tel. +43 (316) 877 5362 | E-Mail: stefan.haring@stmk.gv.at
Anna Spielhofer | Büro LH-Stv. Khom | Mobil: +43 676 8666 4086 Tel. +43 (316) 877 4086 | E-Mail: anna.spielhofer@stmk.gv.at
Graz, am 14. September 2026 |