Graz (23. September 2026).- 2015 startete das Projekt „Wildtierschutz und Verkehrssicherheit Steiermark”, ein Gemeinschaftsprojekt des Landes Steiermark und der Steirischen Jägerschaft, um die Sicherheit im Straßenverkehr zu erhöhen und Wildunfälle zu reduzieren. Dabei werden an neuralgischen Stellen entlang von Landesstraßen und teils auch Gemeindestraßen gezielt Wildwarnreflektoren und optisch-akustische Wildwarngeräte angebracht.
„Anfang des Jahres wurde die so erfolgreiche Zusammenarbeit bis 2031 mit dem Ziel fortgesetzt, weitere Gefahrenstellen zu entschärfen und die Verkehrssicherheit für Mensch und Tier kontinuierlich zu erhöhen. Denn pro Jahr verlieren rund 13.000 Wildtiere, davon rund die Hälfte Rehwild, auf steirischen Landesstraßen ihr Leben, und diese Anzahl wollen wir natürlich verringern. Heuer werden 23 neue Reviere mit Wildwarngeräten ausgestattet, 68 bestehende Testreviere haben nachbestellt. Damit werden heuer 48 Kilometer Landes- und rund zwei Kilometer Gemeindestraßen neu ausgerüstet. In den Testrevieren werden knapp 24 Kilometer ,nachgerüstet‘. Die Sicherheit der Verkehrsteilnehmer und natürlich auch der Wildtiere ist uns allen ein großes Anliegen”, sagt LAbg. Gerhard Hirschmann in Vertretung der Landesräte Claudia Holzer und Hannes Amesbauer anlässlich des heurigen Ausgabetermins.
Heuer werden in Summe 4.550 optische Wildwarnreflektoren, 335 optisch/akustische Wildwarngeräte und dreimal olfaktorische Vergrämung (gezielte Abwehr von Tieren durch Gerüche) an die Reviere ausgegeben. Die Investitionssumme für die heurigen Maßnahmen beläuft sich auf zirka 74.000 Euro, wovon der Straßenerhaltungsdienst (STED) rund 50.000 Euro übernimmt. Montage, Wartung und Pflege werden von der Jägerschaft gemeinsam mit dem STED durchgeführt. Rund 12.500 Euro investieren die Reviere, die zudem jagdwirtschaftliche Leistungen wie Datenerhebung und Monitoring übernehmen. Die Steirische Landesjägerschaft unterstützt das Projekt heuer mit rund 11.500 Euro, Service- und Reparaturkosten teilen sich STED und Landesjägerschaft.
Und die Bilanz seit 2015 nach der Montage im heurigen Herbst ist beeindruckend: 314 Reviere sind aktiv im Projekt, rund 63.600 optische Wildwarnreflektoren, in etwa 3.900 optisch-akustische Wildwarngeräte und 56 ergänzende Sicherheitsmaßnahmen wie olfaktorische Duftstoffe wurden installiert. In Summe wurde die Verkehrssicherheit auf rund 880 Kilometern Landesstraßen und 35 Kilometern Gemeindestraßen massiv erhöht.
„Für uns Jägerinnen und Jäger ist Wildtierschutz gelebte Verantwortung. Wir kennen unsere Reviere, wissen, wo Wildwechsel stattfinden, und stehen auch Tag und Nacht bereit, wenn es zu einem Wildunfall kommt. Mit unserem ehrenamtlichen Einsatz leisten wir einen wichtigen Beitrag für die Sicherheit auf unseren Straßen und vor allem für den Schutz unserer Wildtiere. Denn jeder verhinderte Wildunfall bedeutet weniger Tierleid. Dass die Jägerschaft und das Land Steiermark hier gemeinsam ansetzen und unsere Arbeit vor Ort unterstützen, ist ein wichtiger Beitrag, um Wildunfälle weiter zu vermeiden”, betont Jagdsprecher LAbg. Bruno Aschenbrenner in Vertretung von Landesrätin Simone Schmiedtbauer.
Karoline Schlögl, Tierschutzombudsfrau: „Es freut mich, dass das erfolgreiche Projekt Wildtierschutz und Verkehrssicherheit bis 2031 fortgeführt wird und erneut 23 neue Reviere hinzugekommen sind. Das Projekt zeigt eindrucksvoll auf, dass Wildtierschutz und der Schutz von uns Menschen Hand in Hand gehen. Wir als Team der Tierschutzombudsstelle sind stolz darauf, einen kleinen Beitrag dazu leisten zu können.”
Landesjägermeister Franz Mayr-Melnhof-Saurau: „Wildtierschutz darf nicht an der Straße enden, denn mit jedem Wildunfall, der nicht passiert, verhindern wir gemeinsam mit unseren Projektpartnern die Gefährdung von Menschen, das Leid von Wildtieren und hohe Sachschäden. Alle, die auf den steirischen Straßen unterwegs sind, profitieren von dieser erfolgreichen Zusammenarbeit. Den Hauptteil leisten hier engagierte Jägerinnen und Jäger in den rund 300 beteiligten Revieren, bei denen ich mich ganz besonders bedanke. Die Leistung der Jagd für die Allgemeinheit passiert von vielen unbemerkt: Intensives Wildtiermanagement entlang von Straßen, das Monitoring hinsichtlich der Wirksamkeit der gesetzten Maßnahmen und die Bereitstellung von speziell geschulten Jagdhunden, um verletzt geflüchtete Wildtiere rasch von ihrem Leid zu erlösen – all das wird von den Jägerinnen und Jägern flächendeckend und steiermarkweit geleistet. Es freut mich sehr, dass wir dieses erfolgreiche Projekt gemeinsam mit dem Land Steiermark auch in Zukunft fortsetzen.”
Projektleiter Wolfgang Steiner, Land&Forst Betriebe Österreich: „Jeder verhinderte Wildunfall schützt Menschen, bewahrt Wildtiere vor Leid und vermeidet Sachschäden. Der Wildunfallschutz ist daher ein wichtiger Bestandteil eines verantwortungsvollen Wildtiermanagements und einer nachhaltigen Landnutzung. Das Projekt ‚Wildtierschutz und Verkehrssicherheit Steiermark‘ zeigt seit 2015 eindrucksvoll, was durch die enge Zusammenarbeit unterschiedlicher Partner erreicht werden kann. Auch in der zwölften Saison sichern wir weitere unfallgefährdete Strecken ab und bauen unsere Expertise laufend aus. Mein besonderer Dank gilt dem Land Steiermark, dem Straßenerhaltungsdienst, der Steirischen Landesjägerschaft sowie den steirischen Jägerinnen und Jägern. Gemeinsam reduzieren wir Wildunfälle und erhöhen die Verkehrssicherheit für Mensch und Tier.”
Franz Zenz, Leiter des Straßenerhaltungsdienstes Steiermark: „Wir sind täglich bestrebt, die Verkehrssicherheit auf den steirischen Landesstraßen zu verbessern. Mit dem Projekt Wildtierschutz gelingen uns große Erfolge mit einem relativ geringen Aufwand, weshalb der STED sehr gerne bereit ist, hier nicht nur finanziell, sondern auch mit Arbeitsleistung mitzuwirken.”
Graz, am 23. September 2026 |