Graz (24. September 2026).- In den vergangenen Wochen sorgten die Fälle von drei Kindern in steirischen Grenzgebieten für Aufsehen, die aufgrund rechtlicher Hürden keine gewünschte Schule in einem anderen Bundesland mit der notwendigen Schulassistenz besuchen konnten. Während in zwei der drei Fälle in Zusammenarbeit mit der Bildungsdirektion für Steiermark eine Lösung herbeigeführt oder angeboten werden konnte, gestaltete sich die dritte Causa als ungleich schwieriger. Umso erfreulicher ist es, dass Bildungslandesrat Stefan Hermann und Landeshauptmann-Stellvertreterin Manuela Khom heute (24.9.2026) gemeinsam mit dem Bürgermeister von Stadl-Predlitz eine Lösung gefunden haben, die der kleinen Laurena den Besuch der ASO Tamsweg ermöglicht. Das mehrfach beeinträchtigte Mädchen kann die für sie geeignete Sonderschule mit der notwendigen Schulassistenz besuchen.
„Laurena soll jene Schule besuchen können, die ihren Bedürfnissen am besten entspricht. Eine Landesgrenze soll dabei kein unüberwindbares Hindernis darstellen”, betonen Khom und Hermann unisono. „Für die Familie war die Situation eine enorme Belastung. Umso wichtiger war es, dass wir im Zusammenspiel mit der Gemeinde und dem Land Steiermark zu einer tragbaren Lösung gekommen sind. Nichtsdestotrotz zeigt der Fall klar auf, dass auf Bundesebene Handlungsbedarf herrscht, um im Rahmen einer Vereinheitlichung künftig derartige, belastende Situationen von vornherein zu vermeiden”, so die beiden Landespolitiker.
Der Schulbesuch in Tamsweg sowie der notwendige Transport waren bereits grundsätzlich möglich. Offen war zuletzt die Finanzierung und Organisation der erforderlichen Schulassistenz, weil Laurena ihren Hauptwohnsitz in der Steiermark hat, die von ihr gewünschte Schule aber im Bundesland Salzburg liegt. Die geltenden Regelungen knüpfen die Finanzierung der Schulassistenz jeweils an unterschiedliche Voraussetzungen und hatten dadurch eine Lücke entstehen lassen.
„Unser Ziel war von Beginn an, alle betroffenen Familien bestmöglich zu unterstützen. Gleichzeitig müssen wir sicherstellen, dass auch andere Familien in vergleichbaren Grenzregionen nicht vor denselben Problemen stehen. Ich danke allen Beteiligten, die in den vergangenen Wochen an dieser Lösung mitgearbeitet haben”, erklärt Bildungslandesrat Stefan Hermann. Gemeinsam mit den zuständigen Behörden werden daher auch die weiteren organisatorischen Schritte für den Schulstart in Tamsweg umgesetzt.
„Bildung darf nicht an Landesgrenzen scheitern – schon gar nicht, wenn ein Kind besondere Unterstützung braucht. Für Laurena haben wir gemeinsam eine Lösung gefunden, die ihr den Besuch der für sie passenden Schule ermöglicht. Der Fall zeigt aber auch: Wir brauchen bundesweit klare Regeln, damit Familien in Grenzregionen künftig nicht durch unterschiedliche Zuständigkeiten und Finanzierungssysteme vor unnötige Hürden gestellt werden. Das Wohl des Kindes muss im Mittelpunkt unseres Tuns stehen”, betont Landeshauptmann-Stv. Manuela Khom.
Graz, am 24. September 2026 |