Sicherheitsgipfel „Extremismus und Cybersicherheit“: Landesspitze beriet sich mit Experten
Aktuelle Bedrohungslage, zunehmende Radikalisierung im Internet und neue Maßnahmen gegen Cyberkriminalität im Mittelpunkt des Sicherheitsgipfels im Weißen Saal der Grazer Burg


Graz (28. September 2026).- Die aktuelle Sicherheitslage, Entwicklungen im Bereich Extremismus und die zunehmenden Herausforderungen durch Cyberkriminalität standen heute (28.9.2026) beim Sicherheitsgipfel „Extremismus und Cybersicherheit” im Weißen Saal der Grazer Burg im Mittelpunkt. Landeshauptmann Mario Kunasek und Landeshauptmann-Stv. Manuela Khom berieten sich dazu mit zahlreichen Experten.
Vorträge gab es von Gerald Ortner (Landespolizeidirektor), Rupert Meixner (Leiter Landesamt Staatsschutz und Extremismusbekämpfung Steiermark), Gernot Goluch (stv. Abteilungsleiter im Innenministerium der Abteilung IV/S/2 Netz- und Informationssystemsicherheit) sowie Martin Schwetz (Leiter Referat IT-Infrastruktur Land Steiermark).
Unter den Gästen waren zudem die Klubspitzen der im Landtag vertretenen Parteien, Brigitte Scherz-Schaar (Landesamtsdirektorin), Harald Eitner (Leiter der Fachabteilung Katastrophenschutz und Landesverteidigung), Heinz Zöllner (Militärkommandant), Reinhard Leichtfried (Landesfeuerwehrkommandant) und Gerhard Koch (ORF-Landesdirektor).
Extremismus: Bedrohungslage und Radikalisierung im Internet
Gerald Ortner und Rupert Meixner gaben einen Überblick über die aktuellen Herausforderungen im Bereich Staatsschutz sowie über die Entwicklungen bei Islamismus, Rechtsextremismus und Linksextremismus in Österreich und der Steiermark. Dabei wurden auch die Zahlen der vergangenen beiden Jahre in der Steiermark sowie polizeiliche Präventionsmaßnahmen vorgestellt.
Anhand ausgewählter Fallbeispiele wurden aktuelle Problemstellungen erläutert. Ein Schwerpunkt lag auf der zunehmenden Verlagerung von Extremismus und Terrorismus ins Internet und den damit verbundenen neuen Formen der Radikalisierung. Auch Prävention, Früherkennung und Deradikalisierung wurden thematisiert.
Cyberkriminalität bleibt große Herausforderung
Gernot Goluch konnte berichten, dass 2025 in Österreich 63.459 Cybercrime-Delikte angezeigt wurden. Während Internetbetrug und Erpressungen im Internet zurückgingen, nahmen Cyberangriffe im engeren Sinn zu. Gleichzeitig konnten mehr Straftaten geklärt werden.
Umso wichtiger ist es, Cybercrime-Vorfälle zur Anzeige zu bringen. Meldungen helfen den Sicherheitsbehörden, Tätergruppen zu verfolgen, neue Entwicklungen früh zu erkennen und gezielte Präventionsmaßnahmen zu setzen.
„Beim Thema Extremismus müssen wir wachsam sein. Die Steiermark ist keine Insel der Seligen. Vor allem der islamistische Extremismus verlagert sich zunehmend ins Internet – deshalb müssen wir Entwicklungen früh erkennen und konsequent handeln. Sicherheit funktioniert nur gemeinsam. Deshalb arbeiten wir eng mit der Landespolizeidirektion und dem Landesamt für Staatsschutz und Extremismusbekämpfung zusammen. Auch bei der Cybersicherheit müssen wir unsere Hausaufgaben machen. Vom neuen Bundesamt für Cybersicherheit erwarte ich mir, dass Österreich hier noch schlagkräftiger aufgestellt ist. Die Steiermark ist mit moderner Technik und hohen Sicherheitsstandards bereits gut aufgestellt. Entscheidend sind die enge Zusammenarbeit von Bund und Ländern und der Schutz unserer Daten und kritischen Infrastruktur. Auch jeder Einzelne kann mit Hausverstand und Vorsicht im Internet seinen Beitrag leisten”, sagt Landeshauptmann Mario Kunasek.
„Extremismus ist weder von links noch von rechts zu dulden – und genauso wenig unter dem Deckmantel der Religion. Gerade beim politischen Islam müssen wir genau hinschauen: Religionsfreiheit ist geschützt, aber unsere freie Demokratie, unsere Gesetze und unsere gemeinsamen Werte sind nicht verhandelbar. Gleichzeitig müssen wir neue Bedrohungen wie Cyberangriffe ernst nehmen: Cybersicherheit ist heute Standortsicherheit. Deshalb braucht es eine Sicherheitsarchitektur, die sich laufend weiterentwickelt, Risiken frühzeitig erkennt und alle relevanten Kräfte zusammenbringt. Unser Ziel ist klar: Die Steiermark muss vorbereitet, widerstandsfähig und handlungsfähig sein”, betont Landeshauptmann-Stv. Manuela Khom.
„Der Verfassungsschutzbericht 2025 zeigt deutlich, vor welchen Herausforderungen wir aktuell stehen und zukünftig stehen werden. Besondere Aufmerksamkeit erfordert die Tatsache, dass Radikalisierungsprozesse immer früher beginnen, schneller verlaufen und sich zunehmend in den digitalen Raum verlagern. Diesen Herausforderungen müssen wir entschieden entgegentreten und unsere bisherigen Bemühungen im Bereich der Prävention in Einklang mit einer funktionierenden Früherkennung und einer konsequenten Strafverfolgung bringen”, sagt Landespolizeidirektor Gerald Ortner.
„Die größte Bedrohung in der Steiermark geht vom islamistischen Extremismus in all seinen Ausprägungen aus – vom politischen Islam über salafistische Bewegungen bis hin zum Jihadismus”, so Rupert Meixner, Leiter des Landesamts Staatsschutz und Extremismusbekämpfung Steiermark.
„Cybersicherheit ist längst eine Frage der staatlichen und gesellschaftlichen Sicherheit. Cyberkriminelle werden professioneller, die Bedrohungen nehmen zu. Deshalb braucht es rasche Lagebilder, klare Strukturen und eine enge Zusammenarbeit. Mit dem neuen Bundesamt für Cybersicherheit und dem NISG 2026 schaffen wir ab 1. Oktober eine zentrale Struktur für Prävention, Aufsicht und die Koordination bei größeren Cybervorfällen. Damit stärken wir Österreichs Schutz vor digitalen Bedrohungen und sichern kritische Infrastrukturen”, sagt Gernot Goluch, stellvertretender Abteilungsleiter im Innenministerium der Abteilung IV/S/2 Netz- und Informationssystemsicherheit.
„Die Bedrohung durch Cyberkriminalität wird professioneller und komplexer. Deshalb setzen wir auf moderne Schutztechnologie, hohe Sicherheitsstandards und regelmäßig überprüfte Abläufe. Unsere Systeme sind mehrfach abgesichert und werden durch unabhängige Experten regelmäßig auf Schwachstellen getestet. Cybersicherheit ist aber nicht nur eine technische Frage. Klare Prozesse, geschulte Mitarbeiter und die enge Zusammenarbeit mit anderen Bundesländern und Cybersicherheitsstellen sind ebenso entscheidend. Unser Ziel ist klar: Die digitale Infrastruktur des Landes muss rund um die Uhr sicher und resilient funktionieren”, so Martin Schwetz, Leiter des Referats IT-Infrastruktur des Landes Steiermark.
Neues Bundesamt für Cybersicherheit startet mit 1. Oktober
Mit 1. Oktober 2026 nimmt das neue Bundesamt für Cybersicherheit (BCS) auf Grundlage des NISG 2026 (Netz- und Informationssicherheitsgesetz 2026) seine Arbeit auf. Es bündelt künftig zentrale Aufgaben der Cybersicherheit und soll ein hohes Schutzniveau in Österreich sicherstellen. Im Fokus stehen insbesondere kritische Bereiche wie Energie, Verkehr, Gesundheit und digitale Infrastruktur.
Steiermark setzt auf umfassenden Schutz
Auch die Steiermark setzt auf moderne Schutztechnologien, hohe Sicherheitsstandards und klare Abläufe. Die IT-Infrastruktur wird laufend weiterentwickelt und durch mehrstufige Schutzsysteme, segmentierte Netzwerke und abgesicherte Rechenzentren geschützt. Regelmäßige Penetrationstests überprüfen die Systeme auf mögliche Schwachstellen.
Zudem setzt das Land auf die ISO-27001-Zertifizierung, klare Prozesse bei Sicherheitsvorfällen und eine enge Zusammenarbeit mit nationalen und internationalen Cybersicherheitsstellen. So soll die digitale Infrastruktur auch in Krisensituationen verlässlich funktionieren.
Rückfragehinweis:
Stefan Haring | Büro LH Kunasek | Mobil: +43 676 8666 5362
Tel. +43 (316) 877 5362 | E-Mail: stefan.haring@stmk.gv.at
Anna Spielhofer | Büro LH-Stv. Khom | Mobil: +43 676 8666 4086
Tel. +43 (316) 877 4086 | E-Mail: anna.spielhofer@stmk.gv.at
Graz, am 28. September 2026
Thomas Bauer unter Tel.: +43 (316) 877-5854, bzw. Mobil: +43 (676) 86665854 und Fax: +43 (316) 877-2294 oder E-Mail: thomas.bauer@stmk.gv.at zur Verfügung.
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