Landesregierung präsentiert Entwurf für das Budget 2027
Die Steiermärkische Landesregierung hat den Landeshaushalt 2027 beschlossen, die Budgetrede des Finanzlandesrates im Landtag ist für 20. Oktober 2026 geplant.


Graz (8. Oktober 2026).- Im Rittersaal des Grazer Landhauses präsentierten heute (8. Oktober 2026) Landeshauptmann Mario Kunasek, Landeshauptmann-Stellvertreterin Manuela Khom und Finanzlandesrat Willibald Ehrenhöfer gemeinsam mit den weiteren Mitgliedern der Landesregierung und den Klubobmännern der Regierungskoalition den Entwurf für den Landeshaushalt 2027. Dieser wurde direkt vor der Präsentation in der Regierungssitzung beschlossen und wird in weiterer Folge dem Landtag Steiermark vorgelegt. Am Dienstag, dem 20. Oktober 2026, ist die Budgetrede von Finanzreferent Ehrenhöfer im Landtag geplant. Am 1. Dezember finden die entsprechenden Ausschuss-Beratungen statt und am 16. Dezember soll planmäßig das Budget vom Landtag Steiermark beschlossen werden.
Im Entwurf für den Landeshaushalt 2027 sind Einnahmen von 8,860 Milliarden Euro und Ausgaben von 9,454 Milliarden Euro vorgesehen. Damit ergibt sich ein Finanzierungssaldo von minus 594 Millionen Euro. Gegenüber dem Budget 2026 wird der Saldo damit um 240 Millionen Euro verbessert. Zusätzlich konnten Kostensteigerungen in der Höhe von 280 Millionen Euro verhindert werden.
„Beginnend mit 2025 ist uns die budgetäre Trendwende gelungen. Mit dem heute präsentieren Budgetentwurf setzen wir zum dritten Mal in Folge den eingeschlagenen Konsolidierungskurs konsequent fort. Dass dieser Weg stimmt, unterstreicht das Doppel-A-Rating mit positivem Ausblick von Standard & Poor's. Gleichzeitig werden klare Schwerpunkte dort gesetzt, wo es zählt: Im Katastrophenschutz steht das Land zu seinem Wort und sichert das Feuerwehrpaket von 25,5 Millionen Euro für die nächsten Jahre ab. Sport-Großveranstaltungen bleiben wichtige Aushängeschilder, mit der Wintersportwochen-Offensive bringen wir Kinder und Jugendliche auf die steirischen Pisten. Mit zielgerichtet eingesetzten Mitteln können wir weiter die steirische Volkskultur stärken und Veranstaltungen wie das Aufsteirern fördern. Im Tourismus liegt der Fokus auf Investitionen in Qualität, Internationalisierung und Digitalisierung. Ein Nachziehen der Nächtigungsabgabe auf ein Niveau vergleichbarer Bundesländer stärkt künftig das Landesbudget und schafft zusätzliche Spielräume für Investitionen in einen starken Tourismusstandort. Die eingeleiteten Sparmaßnahmen im Landesbudget können nur der erste Schritt sein. Um nachhaltig das Budget und die Bevölkerung zu entlasten, werden wir im nächsten Schritt auch bei den Strukturen ansetzen müssen. Der Weg zur schlanksten Landesverwaltung Österreichs – gemessen an der Einwohnerzahl – ist bereits eingeschlagen: 2027 werden weitere 150 Stellen nicht nachbesetzt. Und ein Versprechen bleibt aufrecht: Mit diesem Budget werden die Voraussetzungen geschaffen, die Steirer noch in dieser Legislaturperiode von der ORF-Landesabgabe zu entlasten“, sagt Landeshauptmann Mario Kunasek.
„Mein Grundsatz ist, dass es keine neuen Steuern für die fleißigen Steirerinnen und Steirer geben darf. Wir dürfen jene nicht zusätzlich belasten, die unser Land jeden Tag am Laufen halten. Gleichzeitig ist den Steirerinnen und Steirern die Wahrheit zumutbar. Und zur Wahrheit gehört auch, dass die Herausforderungen der vergangenen Jahre Spuren im Landeshaushalt hinterlassen haben. Deshalb müssen wir handeln – nicht irgendwann, sondern jetzt. Mit dem Landesbudget 2027 senken wir die Neuverschuldung und setzen den notwendigen Konsolidierungskurs fort. Wir sparen nicht um des Sparens willen, sondern um unsere Handlungsfähigkeit für die Zukunft zu sichern. Wir sparen im System, reformieren Strukturen und wollen einen schlankeren und leistungsfähigeren Staat, der den Menschen mehr Raum für Leistung und Eigenverantwortung lässt. Auch die Politik selbst leistet ihren Beitrag, verordnet sich eine weitere Nulllohnrunde und baut Personal in den Regierungsbüros ab. Finanzielle Stabilität schafft Zukunft und wir wollen heute die richtigen Entscheidungen treffen, damit die Steiermark auch morgen ein Land bleibt, in dem die Steirerinnen und Steirer arbeiten, etwas aufbauen und ihre Zukunft selbst gestalten können“, so Landeshauptmann-Stv. Manuela Khom.
„Der Entwurf des Landesbudgets 2027 ist ein weiterer bedeutender Schritt am Weg zur Budgetkonsolidierung. Wir konnten trotz schwieriger Rahmenbedingungen die Neuverschuldung um 240 Millionen Euro gegenüber dem heurigen Jahr reduzieren. Damit sorgen wir für stabile Finanzen. Gleichzeitig setzen wir Schwerpunkte in wichtigen Zukunftsbereichen. Etwa in der Wissenschaft, wo der Bund die Mittel kürzt. Wir werden den Wissenschaftsfonds aufstocken, um Grundlagenforschung und Exzellenzbildung weiter auszubauen. In der Wirtschaft fördern wir gezielt die Transformation der steirischen Automobilindustrie. Darüber hinaus stärken wir die heimischen Kompetenzzentren und unser Spitzenforschungszentrum Silicon Austria Labs. Damit unterstützen wir die Wirtschaft und sichern Arbeitsplätze. Im Arbeitsressort verstärken wir auch im kommenden Jahr die Maßnahmen für den ersten Arbeitsmarkt, etwa indem wir Qualifizierungsmaßnahmen in den Bereichen Digitalisierung und Künstliche Intelligenz ausbauen“, so Landesrat Willibald Ehrenhöfer.
„Unser Anspruch für die kommenden Jahre ist klar: Wir wollen einen treffsicheren Sozialstaat, der jenen hilft, die Unterstützung tatsächlich brauchen, unseren konsequenten Kurs in der Asyl- und Migrationspolitik fortsetzen und die Steiermark zum Vorreiter bei Deregulierung und Verfahrensbeschleunigung machen. Dass dieser Weg auch budgetär Wirkung zeigt, beweisen unsere Reformen: In der Sozialunterstützung können 2027 um 7,56 Millionen Euro weniger veranschlagt werden, in der Grundversorgung sind es weitere zehn Millionen Euro. Diese Spielräume helfen uns dabei, unsere sozialen Kernbereiche langfristig abzusichern. So können wir im Behindertenwesen und in der Kinder- und Jugendhilfe zusätzliche Mittel für Valorisierungen und tatsächliche Mehrbedarfe zur Verfügung stellen. Gleichzeitig bleiben Wohnunterstützung, Heizkostenzuschuss und Gewaltschutz wichtige Säulen unserer Sozialpolitik. Wir konsolidieren nicht um des Sparens willen, sondern setzen klare Prioritäten, schaffen Ordnung und sorgen dafür, dass unser System auch in Zukunft für jene funktioniert, die es tatsächlich brauchen“, so Soziallandesrat Hannes Amesbauer.
„Bildung ist die wichtigste Investition in die Zukunft unseres Landes. Gerade angesichts der herausfordernden budgetären Rahmenbedingungen ist es daher besonders erfreulich, dass es im Bildungsbereich zu keinen wesentlichen Einsparungen kommt. Damit stellen wir sicher, dass der Ausbau der Kinderbildungs- und -betreuungseinrichtungen weiter voranschreiten kann – für das kommende Jahr sind bereits 40 neue Krippengruppen und 20 zusätzliche Kindergartengruppen in Planung. Unser Anspruch ist, vorhandene Mittel dort einzusetzen, wo sie den größten Nutzen bringen. Deshalb werden auch in meinem Ressort Doppelgleisigkeiten abgebaut und Förderungen zielgerichteter gestaltet. Einsparungen im Förderwesen bedeuten dabei keinen Leistungsverlust, sondern einen effizienteren Einsatz der vorhandenen Mittel. Weniger Overhead bedeutet mehr Geld, das unmittelbar bei den Kindern und Jugendlichen ankommt. Gleichzeitig sorgen wir für Deregulierungsmaßnahmen und einen effizienteren Mitteleinsatz. Auch im Bereich der Schulassistenz setzen wir ein klares Zeichen. Hier wird nicht eingespart. Unser Ziel ist klar: Wir sichern Bildung, Betreuung und faire Startchancen für alle Kinder und Jugendlichen in der Steiermark nachhaltig ab“, so Bildungslandesrat Stefan Hermann.
„Wenn wir alle von Budgetkonsolidierung und Sparen sprechen, mag es vermutlich verwundern, dass mein Bereichsbudget für 2027 gegenüber heuer um 9,6 Millionen Euro auf 334,28 Millionen Euro gestiegen ist. Aber selbstverständlich haben auch wir in den Globalbudgets Technik und Kontrolle, ländlicher Wegebau und Verkehr und Landeshochbau unseren Beitrag zur Budgetsanierung geleistet. Wir alle spüren täglich die Teuerung, sei es an der Zapfsäule oder an den Gas- und Strompreisen. Teuerungen, die speziell im Straßenbau zu Mehrkosten von im Schnitt zehn Prozent geführt haben, die Dieselrechnungen haben sich beim Straßenerhaltungsdienst heuer um rund 1,3 Millionen Euro erhöht. Umso mehr werden die vorhandenen Mittel auf das konzentriert, was die Steirer unmittelbar brauchen und mir extrem wichtig ist: sichere Straßen, der Erhalt wichtiger Infrastruktur und eine gut vernetzte Mobilität. Deshalb wurde das Verkehrsbudget um rund 10 Millionen Euro auf 319,39 Millionen Euro erhöht. Damit werden trotz Sparkurs so wichtige Neubauprojekte wie zum Beispiel B 70 neu oder B 68 neu weiterverfolgt, ein niveaufreier Anschluss der B 320 an Gröbming Ost und wichtige Sanierungsnahmen umgesetzt. Und im ÖV-Bereich startete die Elektrifizierung der Murtalbahn mit der mit Tirol und Salzburg gemeinsamen Ausschreibung von Elektrozügen“, sagt Verkehrslandesrätin Claudia Holzer.
„Mir ist wichtig, dass die Menschen in der Steiermark auch in Zukunft verlässlich und wohnortnah versorgt werden. Deshalb sparen wir im System – nicht bei den Leistungen für die Bevölkerung. Wir nutzen das vorhandene Budget für Investitionen in moderne Gesundheitszentren, starke Pflege, sichere Rettungs- und Notarztversorgung und wichtige Infrastruktur wie z. B. die neue Psychiatrie in Bruck an der Mur. Unser Ziel ist klar: Wir sichern die Spitalsstandorte, stärken die Versorgung in den Regionen und stellen unser Gesundheits- und Pflegesystem trotz demografischer Herausforderungen zukunftsfit auf. Das Kulturbudget sichert die Jahres- und Projektförderungen sowie die Umsetzung der nachhaltigen Strukturprozesse bei den Bühnen und dem Universalmuseum Joanneum“, so Landesrat Karlheinz Kornhäusl.
„Wir sparen nicht blind, sondern setzen Prioritäten: Sicherheit, Versorgung und die Zukunft unseres Landes. Gerade in der Land- und Forstwirtschaft brauchen unsere Bäuerinnen und Bauern angesichts der heurigen Extremwetterereignisse Verlässlichkeit. Deshalb sichern wir die Unterstützung für die heimische Land- und Forstwirtschaft ab und erhöhen etwa die Mittel für die Risikoversicherung. Außerdem stärken wir den Hochwasserschutz, investieren gezielt in Klimawandelanpassung, umweltfreundliche Wärmeversorgung und leistbares Wohnen. Gleichzeitig bauen wir Doppelgleisigkeiten ab, sparen im System und fokussieren uns auf das Notwendige“, so Landesrätin Simone Schmiedtbauer.
Nähere Detailinformationen zum Entwurf des Landeshaushalts 2027 sind
hier zu finden.
Rückfragehinweis:
Gerold Fraidl | Büro LH Kunasek | Mobil: +43 664 33 83 034
Tel. +43 (316) 877 5354 | E-Mail: gerold.fraidl@stmk.gv.at
Anna Spielhofer | Büro LH-Stv. Khom | Mobil: +43 676 8666 4086
Tel. +43 (316) 877 4086 | E-Mail: anna.spielhofer@stmk.gv.at
Markus Poleschinski | Büro Landesrat Ehrenhöfer | Mobil: +43 676 8666 4515
Tel. +43 (316) 877 4515 | E-Mail: markus.poleschinski@stmk.gv.at
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