Neue Wege im alpinen Rettungsdienst
Steigende Einsatzzahlen, 500.000-Euro-Sonderförderung durch das Land Steiermark und neue MED-Alarmierung für Bergrettung


Graz (15. Dezember).- Nach einem außergewöhnlich einsatzintensiven Jahr 2024, in dem erstmals mehr als 2.000 Einsätze bewältigt wurden, und einem Rekordsommer 2025 schlägt die Bergrettung Steiermark nun ein neues Kapitel im alpinen Rettungswesen auf. Mit der Einführung der MED-Alarmierung in den Regelbetrieb setzt die Steiermark, als erstes Bundesland in ganz Österreich, einen großen Schritt in der notfallmedizinischen Erstversorgung und Koordination von Notfällen im unwegsamen und alpinen Gelände.
Im Rahmen einer Pressekonferenz betonten am Montag (15.12.2025) Landeshauptmann Mario Kunasek und Landesrat Karlheinz Kornhäusl – sie sind in der Landesregierung gemeinsam für das Rettungs- und Notarztwesen zuständig – die Bedeutung der Bergrettung Steiermark und rechtfertigten den Beschluss einer Sonderförderung in Höhe von 500.000 Euro für zwei Jahre. Diese Mittel fließen in den Ausbau der Infrastruktur, die Modernisierung der Einsatzlogistik sowie in die Aus- und Weiterbildung der ehrenamtlichen Einsatzkräfte. Die Zusammenarbeit mit der Bergrettung Steiermark steht exemplarisch für eine effiziente, ehrenamtlich getragene und staatlich unterstützte Notfallversorgung.
Landeshauptmann Mario Kunasek: „Die Zahlen – die Bergrettung Steiermark verzeichnet allein in diesem Jahr schon 25.000 Einsatzstunden – sprechen für sich. Der Einsatz der Kameradinnen und Kameraden ist im wahrsten Sinne des Wortes unbezahlbar und deshalb ist es mir ein Anliegen, dafür Danke zu sagen. Gerade als Tourismusland ist die Sicherheit unserer Gäste auch im alpinen Gelände von höchstem Interesse. Die Sonderförderung von 500.000 Euro ist damit richtig eingesetzt.”
Landesrat Karlheinz Kornhäusl: „Die steigenden Einsatzzahlen zeigen sehr deutlich, wie wichtig es ist, dass Hilfe auch dort zuverlässig ankommt, wo sie besonders schwierig ist. Mit der MED-Alarmierung schaffen wir in der Steiermark erstmals eine strukturierte notfallmedizinische Verstärkung für alpine Einsätze, die auf Fachkompetenz, Training und Zusammenarbeit setzt. Aus ärztlicher Sicht weiß ich, wie entscheidend eine gute Erstversorgung unter schwierigen Bedingungen ist. Dass hier hochqualifizierte, freiwillige Einsatzkräfte zusätzliche Verantwortung übernehmen, verdient größten Respekt, dem trägt die gewährte Sonderförderung Rechnung.”
Harald Eitner (Leiter der Fachabteilung Katastrophenschutz), Stefan Schröck (Landesleiter Bergrettung Steiermark), Anton Russegger (Landessanitätsbeauftragter Bergrettung Steiermark) und Stefan Heschl (Landesarzt Bergrettung Steiermark) berichteten wofür die Mittel aus der Sonderförderung verwendet werden:
- Ausbau und Sanierung von Diensträumen und Diensthütten
- Anschaffung und Modernisierung von Einsatzfahrzeugen
- Errichtung und Erweiterung von Einsatzzentralen
- Schulungsmaßnahmen für Einsatzkräfte
- Optimierung der logistischen Bereitstellung, Lagerung und Wartung von Ausrüstung und Einsatzmaterial
MED-Team-Steiermark: Ein einzigartiges Projekt in Österreich:
Mit der neu strukturierten und professionalisierten MED-Alarmierung wurde ein zusätzliches Netz an notfallmedizinischer Versorgung über die Steiermark gelegt. Dieses Projekt wird nach einer Testphase nun in den Regelbetrieb übernommen und ist österreichweit im alpinen Rettungswesen einzigartig. Es sorgt dafür, dass im unwegsamen und alpinen Gelände und bei allen Wetterbedingungen notfallmedizinische Hilfe durch speziell ausgebildete Bergretterinnen und Bergretter möglich ist. Dies kann nach Alpinunfällen lebensrettend sein.
Ab sofort wird demnach von der Landeswarnzentrale Steiermark zusätzlich notfallmedizinisches Fachpersonal zu den Einsätzen der 53 Ortsstellen alarmiert. Das MED-Team ist mit der entsprechenden Ausrüstung und Medikamenten ausgestattet und in 11 Teams, nach den Gebieten der Bergrettung Steiermark, eingeteilt. Das ist ein weiterer Schritt der Professionalisierung in der notfallmedizinischen Versorgung nach Unfällen im unwegsamen und alpinen Gelände. Die Einsatzkräfte erreichen Patientinnen und Patienten selten in den ersten Minuten nach einem Alpin-Notruf. Einsätze können je nach Wetter- und Witterungslage sowohl im Aufstieg als auch im Abstieg mehr Zeit in Anspruch nehmen. Umso wichtiger ist dann vor Ort eine standardisierte notfallmedizinische Erstversorgung durch Einsatzkräfte des MED-Teams mit Kompetenz, ausreichender Routine und Erfahrung.
Stefan Schröck, Landesleiter Bergrettung Steiermark: „Die neue MED-Alarmierung ist ein wichtiger Schritt, um Menschen im alpinen und unwegsamen Gelände noch schneller und gezielter notfallmedizinisch zu versorgen. Sie stärkt die Zusammenarbeit zwischen Bergrettung, medizinischem Personal und Leitstellen und gibt unseren Einsatzkräften zusätzliche Sicherheit im Einsatz. Gleichzeitig gilt: Sicherheit beginnt bei jeder und jedem selbst. Gute Vorbereitung, realistische Tourenplanung und Aufmerksamkeit am Berg sind entscheidend, um Unfälle zu vermeiden.”
Entwicklung der Einsatzzahlen:
Einsatzjahr 2023:
1.953 Einsätze
1.569 verletzte, 337 unverletzte, 30 tote Personen
Einsatzjahr 2024:
2.129 Einsätze
2.103 verletzte, 365 unverletzte, 23 tote Personen
Einsatzjahr 2025 (Zeitraum: 1.1.2025 bis 14.12.2025):
1.907 Einsätze
1.566 verletzte, 284 unverletzte, 30 tote Personen
Die Einsatzzahlen des Jahres 2025 werden erfahrungsgemäß bis 31.12. die Vorjahreszahlen überschreiten.
Bergrettungs-Fördermitgliedschaften
Die Bergrettung ruft dazu auf, eine Fördermitgliedschaft abzuschließen. Für 32 Euro im Jahr übernimmt die Bergrettung im Notfall anfallende Such-, Rettungs- und Bergekosten. Durch diesen Beitrag wird darüber hinaus die Ausbildung der freiwilligen Einsatzkräfte und Maßnahmen zur Durchführung von Rettungseinsätzen im unwegsamen und alpinen Gelände unterstützt. Bergretterinnen und Bergrettern in den 53 Ortsstellen der Steiermark informieren über Fördermitgliedschaften persönlich oder online unter
www.bergrettung-stmk.at.
Graz, am 15.Dezember
Thomas Bauer unter Tel.: +43 (316) 877-5854, bzw. Mobil: +43 (676) 86665854 und Fax: +43 (316) 877-2294 oder E-Mail: thomas.bauer@stmk.gv.at zur Verfügung.
A-8011 Graz - Hofgasse 16 - Datenschutz

