Startschuss für „Masterplan Pflege Steiermark“
Pflegekräfte entlasten und Pflege nachhaltig sichern
Graz (6. Februar 2026).- In ihrem Regierungsübereinkommen haben sich FPÖ und ÖVP darauf verständigt, einen „Masterplan Pflege Steiermark“ zu erarbeiten. Ziel dieses Masterplans ist die nachhaltige Absicherung der Pflege für alle Steirerinnen und Steirer. Dabei sollen die Bedürfnisse der zu pflegenden Menschen genauso im Mittelpunkt stehen, wie jene ihrer Angehöriger und der Pflegekräfte. „Wir wollen die Pflege nachhaltig für alle absichern und den Pflegekräften mehr Zeit am und mit den Menschen ermöglichen. Wir wollen kein Szenario, in dem Pflege in Zukunft nur noch für wenige leistbar ist, sondern sie muss für jene da sein, die sie brauchen. In seiner derzeitigen Form ist das System nicht zukunftsfit, daher setzen wir nun den Startschuss für den Masterplan Pflege. Wenn wir jetzt nicht handeln, ist die Pflege für alle in Gefahr. Es ist eine gesellschaftliche Herausforderung, daher wollen wir auch einen gesellschaftlichen Diskurs beginnen und alle einladen, sich aktiv an der Diskussion zu beteiligen“, umreißt Landesrat Karlheinz Kornhäusl das Ziel des „Masterplan Pflege“.
Herausforderungen
Der demografische Wandel ist kein abstraktes Problem, sondern eine Realität, die insbesondere den Pflegebereich betrifft. Weniger Menschen im arbeitsfähigen Alter, die als Beitragszahler und Arbeitskräfte verfügbar sind, treffen auf mehr ältere Mitmenschen mit Pflegebedarf und damit steigenden Ausgaben. Für die Steiermark bedeutet das laut Statistik Austria, dass die Zahl der Erwerbsbevölkerung von rund 750.000 Einwohnern im Jahr 2025 bis 2050 auf 680.000 sinken wird. Gleichzeitig steigt die Zahl der über 85-Jährigen in diesem Zeitraum von 40.000 auf 88.000 auf mehr als das Doppelte. Die Steiermark ist aufgrund des hohen Anteils an stationärer Pflege zwar intensiver betroffen, aber die Herausforderungen betreffen ganz Österreich. Daher ist auch der Bund gefordert ein langfristig tragfähiges Finanzierungsmodell für die Pflege zu erarbeiten und sicherzustellen. Die Steiermark wird sich an einem solchen Prozess konstruktiv beteiligen.
Ziele
Als zentrales Ziel für den „Masterplan Pflege“ gibt Landesrat Karlheinz Kornhäusl die nachhaltige Absicherung der Pflege sowie eine Entlastung der Pflegekräfte vor. „Ich weiß aus eigener Erfahrung, dass die Arbeit am und mit Menschen eine bereichernde und erfüllende Erfahrung ist. Es wird nicht von heute auf morgen gelingen, aber ich will, dass es uns mit dem ‚Masterplan Pflege‘ gelingt, diese Freude am Beruf wieder zu entfachen und die Belastungen, vor allem hinsichtlich Bürokratie und Administration, spürbar zu reduzieren“, so Kornhäusl. Der „Masterplan Pflege Steiermark“ soll unter Berücksichtigung der demografischen und finanziellen Rahmenbedingungen frei im Denken und der Entwicklung neuer Modelle, Organisationsformen und Strukturen sein. Mit dem Steiermärkischen Pflege- und Betreuungsgesetz besteht auch bereits die gesetzliche Grundlage für innovative Pilotprojekte.
Masterplan Pflege Steiermark
Der „Masterplan Pflege Steiermark“ soll auf dem im November beschlossenen Bedarfs- und Entwicklungsplan 2030 aufbauen und eine Gesamtstrategie beinhalten, wie den großen Herausforderungen in diesem Bereich entgegengewirkt werden kann. Erarbeitet werden soll der Masterplan in den kommenden Monaten unter Einbeziehung aller Interessierten, den Partnern im Pflegebereich, wozu etwa Trägerorganisationen und Gewerkschaft, Experten der Universitäten und Fachhochschulen sowie insbesondere auch die Pflegekräfte selbst zählen. Der Masterplan soll als Grundlage für gezielte Verbesserungen im Pflegebereich sowie Planungsvorhaben dienen. Inhaltlich soll der „Masterplan Pflege Steiermark“ sämtliche relevanten Prognosen und Entwicklungsmaßnahmen im Pflegebereich umfassen. Die konkreten Formate zur Beteiligung werden in den nächsten Wochen erarbeitet, bereits fix ist, dass Dialogveranstaltungen in Regionen sowie zumindest ein Pflege-Gipfel stattfinden werden.
Diskussion zum Pflegeschlüssel
Im Regierungsübereinkommen der Landesregierung ist auch die Überarbeitung des Personaleinsatzes der etablierten Berufsbilder des Pflegebereichs aufgrund der in den letzten Jahren erfolgten Kompetenzerweiterungen vereinbart. „Wenn sich Rahmenbedingungen ändern, müssen auch die entsprechenden Vorgaben angepasst werden. Klar ist jedoch, dass dies nicht zu Mehrbelastungen für Pflegekräfte führen darf. Es wären alle Parteien gut beraten, ernsthaft über die Zukunft der Pflege nachzudenken, anstatt reflexartig in Wahlkampfgetöse auszubrechen. Es geht nicht um den Pflegeschlüssel, sondern um ein zukunftsfähiges und lebbares Pflegewesen für Pflegekräfte und zu Pflegende. Wir haben als Regierung und als Gesellschaft die Verpflichtung, ohne Denkverbote über alles nachzudenken, das unser Land weiterentwickeln kann. Das tun wir mit dem ‚Masterplan Pflege‘. Diskussionen führt man miteinander und nicht auf der Straße“, betont Landesrat Karlheinz Kornhäusl und FPÖ-Klubobmann Marco Triller ergänzt: „Gerade angesichts der aktuellen Diskussionen ist klar festzuhalten, dass eine Verschlechterung des Pflegeschlüssels zu Lasten der Pflege für diese Landesregierung nicht in Frage kommt. Die vielen Pflegekräfte in diesem Land leisten Tag für Tag Herausragendes im Dienst unserer Gesellschaft. Deshalb gilt es, die Pflege zukunftsfähig zu gestalten und bestehende Herausforderungen strukturiert anzugehen.“
Rückfragehinweis:
Andreas Kaufmann | Büro Landesrat Kornhäusl | Tel. +43 650 7019344 | E-Mail: andreas.kaufmann@stmk.gv.at
Graz, am 6. Februar 2026
Martin Schemeth unter Tel.: +43 (316) 877-4204, bzw. Mobil: +43 (676) 86664204 und Fax: +43 (316) 877-2294 oder E-Mail: martin.schemeth@stmk.gv.at zur Verfügung.
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